Themenzentriertes Theater

TZT – ein ganzheitlicher Prozess

 

Im Themenzentrierten Theater, TZT, werden Themen gruppenbezogen, darstellerisch bearbeitet, dies auf dem Hintergrund von Erfahrungen, Erinnerungen, Motiven und Zukunftsvorstellungen (individuellen und teambezogenen).Dabei ist das szenisch-darstellerische Spiel das zentrale Interaktionsmedium.

Es werden sechs Formen von themenzentrierten Anlagen unterschieden. Diese haben je verschiedene Funktionen und stellen auch verschiedene Anforderungen an die TeilnehmerInnen. Wichtig ist, dass die Anlagen aufeinander bezogen sind und miteinander ein Ganzes bilden und der Bearbeitung des (Gruppen- und Sach-)Themas dienen.

Die Anlagen: 

EinstiegeAbholen und in Bewegung kommen. 

Viele Einstiege sind Bewegungs- oder Wahrnehmungsanlagen. Die TeilnehmerInnen kommen miteinander in Kontakt, entspannen sich und ,kommen so in der Gruppe an‘.

Gruppenbildungen: Gruppenmitglieder in Verbindung bringen.

Mit Hilfe dieser Anlagen können alle TeilnehmerInnen mit allen anderen in Beziehung treten, um mit ihnen zusammen zu arbeiten. So kann das Potential der Einzelnen aufgenommen und genutzt werden.

Situationen: Spielen, Freiräume schaffen, die Lernen und Entwicklung ermöglichen. 

Situationen sind Ausgangslagen für kurze selbstgespielte Theaterszenen. In diesen geschaffenen Freiräumen kann ich imitieren, experimentieren, spiegeln, wagen und so Fantasien, Ideen, Zukunftsvisionen erproben. Hier hat das ,Futur Perfekt‘ seinen Platz.

Realisationen:  Aufgaben lösen und reflektieren in der Realität.

In diesen Anlagen geht es um Massnahmen, um Rahmenbedingungen, um erste Schritte. Lösungsansätze, Ideen, werden entwickelt und reflektiert. Hier soll die Realität mitgedacht werden.

Improvisationen: Aufgaben selbst erkennen und lösen.

Auch die Improvisation ist im Spannungsfeld von Fiktion und Realität angesiedelt. Hier bekommt eine Gruppe nur spärliche Impulse. Die Gruppe setzt sich selbst die Aufgabe und kann so ihre ganze Fantasie zur Lösung freisetzen.

Ausstiege:  Aussteigen, beenden – loslassen.

Mit den Ausstiegen will man erreichen, dass die TeilnehmerInnen äusserlich und innerlich zur Ruhe kommen. Sie sollen Zeit bekommen, sich zu besinnen und sich langsam zu lösen.

Das Themenzentrierte Theater, TZT, unterscheidet sich von anderen Rollenspielkonzepten, indem es die Möglichkeit schafft sich inhaltlich mit einem ,stoffimmanenten Thema‘ auseinander zu setzen. Somit stehen nicht Interaktion und Gruppendynamik eines Teams im Zentrum, sondern werden im Zusammenhang mit der Alltagsrealität gesehen. Daraus können Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden.

Das Themenzentrierte Theater, das von Heinrich Werthmüller entwickelt wurde, ist ein ganzheitliches Konzept für das Arbeiten mit Gruppen. Mit Hilfe von praktischen Werkzeugen können Gruppen ihr ,futur perfect‘  in einem Freiraum spielerisch darstellen und reflektieren. So kann TZT in idealer Weise z. B. mit dem ,SolutionCircle‘ (Daniel Meier) verbunden werden.

Lesen Sie auch: Themenzentriertes Theater in der lösungsorientierten Arbeit

Hier finden Sie weitere Infos zum Themenzentrierten Theater:

TZT® ist eine beim Eidg. Institut für geistiges Eigentum eingetragene Marke von H. Werthmüller, TZT-Begründer, CH-Meilen

http://www.tzt.ch   (Diese Site wird vom Begründer des TZTs, Heinrich Werthmüller, betrieben. Hier sind alle wichtigen Informationen dazu zu finden)

http://www.inter-aktion.ch  (InterAktion Prävention Intervention Weiterbildung: Diese Site wird von einer Gruppe von TZT-Leiterinnen und Leiter betrieben, die freiberuflich mit TZT arbeiten)

http://www.netzt.ch  (Europäischer Verband der ausgebildeten TZT-LeiterInnen)

 

Literatur:

Heinrich Werthmüller: Menschlich lernen. SiTZT-Verlag (weitere Infos siehe http://www.tzt.ch )